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Arbeitsmarkt

Personalgewinnung 2026: Was die Indeed-Daten für Unternehmen zwischen Deutschland und Italien bedeuten

Veröffentlicht am 29. September 2026 · 5 Min. Lesezeit

Arbeitsmarktdaten auf Schreibtisch und Bildschirm

Am 29. September 2026 habe ich am Webinar „Staffing in DE in den nächsten 6 Monaten anhand Zahlen erklärt“ von APSCo Deutschland teilgenommen. Tim Verhoeven und Christian Freund von Indeed zeigten Daten aus dem Indeed Hiring Lab und dem Workforce Agility Report, moderiert von Thomas André Sola. Drei Punkte nehme ich mit, jeweils mit meiner Einordnung für Unternehmen, die zwischen Deutschland und Italien Personal suchen.

1. Der Stellenmarkt kühlt ab, aber nicht überall

Das Stellenangebot auf Indeed in Deutschland ist seit Jahresbeginn um rund 10 % gesunken. Gleichzeitig wächst die Wirtschaft wieder leicht, getragen von Exporten innerhalb Europas und von staatlichen Investitionen. Einen einheitlichen Arbeitsmarkt gibt es nicht mehr: Die Beschäftigung in der Autoindustrie liegt auf dem tiefsten Stand seit rund 20 Jahren, während europäische Rüstungsunternehmen weiter auf hohem Niveau Stellen ausschreiben.

Dazu kommt: Prognosen sind so unsicher wie lange nicht. Der Economic Policy Uncertainty Index für Deutschland liegt seit 2020 im Schnitt um ein Vielfaches über dem Niveau davor.

Meine Einordnung: Wer heute Personal plant, braucht Marktdaten in kurzen Abständen, nicht einmal im Jahr. Chancen öffnen sich schnell und schließen sich schnell. Im Webinar fiel der Satz: Nicht mehr der Große frisst den Kleinen, sondern der Schnelle den Langsamen.

2. Skills first: Können statt Lebenslauf

Indeed beschreibt den Wechsel vom „Woher“ zum „Was“: Talente nach ihren Fähigkeiten bewerten, egal wie sie diese erworben haben. Für rund 90 % der Jobs gibt es keine gesetzliche Pflicht zu einem bestimmten Abschluss. Trotzdem wird im deutschsprachigen Raum noch stark nach Zertifikaten ausgewählt. Für ein gutes Match zählen drei Fragen: Was kann jemand oder kann es schnell lernen? Was will er? Und ist er bereit?

Meine Einordnung: In der Produktion ist das kein Trend, sondern eine Notwendigkeit. In Regionen mit Vollbeschäftigung findet man kaum noch Fachkräfte mit passendem Abschluss. In Südtirol lag die Arbeitslosenquote im zweiten Quartal 2026 bei 1,1 %. Quereinsteiger aus Gastronomie, Handel oder Druck bringen oft genau das mit, was an einer Anlage zählt: Sorgfalt, Schichterfahrung, technisches Gespür. Man muss sie nur erkennen und richtig ansprechen.

3. Kandidaten suchen zunehmend mit KI

Seit September gibt es in Deutschland den „Career Scout“ von Indeed, einen KI-Karriereberater in der App. Viele Menschen suchen Jobs auch direkt über KI-Assistenten. Diese Systeme stellen Fragen und schlagen Stellen vor, die zum Profil passen.

Meine Einordnung: Eine Stellenanzeige muss heute für Menschen und für Maschinen verständlich sein. Wer Aufgaben, Anforderungen und Rahmenbedingungen unklar beschreibt, wird seltener gefunden.

Gehaltstransparenz: der unterschätzte Hebel

Nur etwa 15 bis 20 % der Anzeigen nennen ein Gehalt. In Deutschland wartet man noch auf das Entgelttransparenzgesetz. Die Empfehlung aus dem Webinar war klar: nicht warten. Wer ein gutes Gehalt nennt, hat bei Kandidaten einen Vorteil.

In Italien ist die EU-Entgelttransparenzrichtlinie bereits umgesetzt. In Südtirol sehe ich zudem häufig, dass Arbeitgeber real deutlich mehr zahlen als den Tarif, in der Anzeige aber nur den Tarif nennen. Damit verschenken sie ihr stärkstes Argument.

Was ich daraus mitnehme

Ich begleite Unternehmen beim Standortaufbau und bei der Personalgewinnung zwischen Deutschland, Italien und Lateinamerika. Die Daten bestätigen, was ich in meinen Projekten sehe: Wer schnell, datenbasiert und mit Blick auf Fähigkeiten statt Titel sucht, findet auch in engen Märkten die richtigen Menschen.

Sie planen einen Standort in Italien oder suchen Personal in Südtirol? Sprechen Sie mich gerne an: info@sandralochmann.com

Danke an APSCo Deutschland, Thomas André Sola, Tim Verhoeven und Christian Freund für den Austausch.

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