Raus aus der Autoindustrie – und dann? Warum Südtirol für deutsche Ingenieure mehr ist als ein Urlaubsziel
Veröffentlicht am 5. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit

Die deutsche Autoindustrie baut Stellen ab, Südtirol sucht Fachkräfte. Was die Gehaltskarte Europas verschweigt: Wohnkosten, Arbeitsmarkt, Sprache – und für wen sich der Blick über den Brenner lohnt.
Die Karte, die nur die halbe Wahrheit zeigt
Deutschland 66.700 Euro, Italien 36.594 Euro: So steht es auf der Europakarte der Durchschnittsgehälter, die gerade durch LinkedIn wandert (Quelle laut Grafik: OECD, Taxing Wages 2026). Wer das sieht, denkt: In Italien arbeiten lohnt sich nicht.
Die Karte zeigt aber Bruttolöhne im Landesdurchschnitt. Sie sagt nichts darüber, was das Leben vor Ort kostet und ob der Job in fünf Jahren noch existiert. Genau diese zwei Fragen stellen sich gerade viele Menschen in der deutschen Autoindustrie.
Die deutsche Autoindustrie baut ab – schneller als jede andere Branche
Ich habe zwölf Jahre bei BMW gearbeitet und kenne die Branche von innen. Was dort gerade passiert, ist kein Konjunkturtief, sondern Strukturwandel:
– Mitte 2026 arbeiteten noch 691.500 Menschen in der deutschen Autoindustrie, 42.300 weniger als ein Jahr zuvor ([Destatis-Zahlen via mobiFlip](https://www.mobiflip.de/?p=487906)).
– Bei den Zulieferern lag das Minus bei 7,6 Prozent.
– Der VDA rechnet bis 2035 mit insgesamt 225.000 verlorenen Arbeitsplätzen ([Der Standard](https://www.derstandard.at/story/3000000320516/deutsche-autoindustrie-rechnet-mit-gr246223erem-stellenabbau)).
Wer heute als Ingenieurin, Techniker oder Führungskraft eine Abfindung angeboten bekommt, sucht meist im Umkreis von 50 Kilometern. Dort suchen aber alle anderen auch.
Was Südtirol zu bieten hat
Südtirol sucht Menschen, und zwar dringend. Drei Punkte machen die Region für Fachkräfte aus Deutschland interessant:
1. **Arbeit ist da.** Die Arbeitslosenquote lag 2025 bei 1,8 Prozent, in Deutschland bei 3,8 Prozent ([stol.it](https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/arbeitsmarkt-vergleich-suedtirol-schneidet-gut-ab)). Die Handelskammer Bozen spricht von einem generellen Arbeitskräftemangel ([stol.it](https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/handelskammer-bemuehungen-verstaerken-mitarbeiter-zu-binden)).
2. **Die Sprache ist keine Hürde.** Arbeiten, Behördengänge, Schule: In Südtirol geht das auf Deutsch. Italienisch lernt man nebenbei dazu.
3. **Wohnen kostet nicht mehr als in den Autostädten.** Die Angebotsmiete in Bozen liegt bei etwa 14,44 Euro pro Quadratmeter ([immobiliare.it](https://www.immobiliare.it/de/mercato-immobiliare/trentino-alto-adige/bolzano-provincia/)). Stuttgart liegt bei etwa 16,30 Euro, München bei etwa 23,70 Euro ([dpa via Volksstimme](https://www.volksstimme.de/deutschland-und-welt/wirtschaft/mietpreise-starkster-anstieg-in-koln-ruckgang-in-berlin-4289336)), Ingolstadt bei etwa 13,79 Euro ([immoportal](https://www.immoportal.com/mietspiegel/ingolstadt)).
Die ehrliche Rechnung
Südtirol ist nicht billig, und das Bruttogehalt wird niedriger sein als in Deutschland. Auch die Südtiroler Wirtschaft selbst nennt ihre Löhne im Vergleich zu den Wettbewerbern unterdurchschnittlich ([Impulse 2026, stol.it](https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/wo-suedtirol-sich-verbessern-muss-die-empfehlungen-der-wirtschaft)). Wer nur auf die Bruttozahl schaut, bleibt zu Hause.
Die Rechnung geht anders auf: weniger Brutto, dafür ähnliche Wohnkosten wie in Ingolstadt oder Stuttgart und ein Arbeitsmarkt, der sucht statt abbaut.
Das passt vor allem für Ingenieurinnen, Techniker und Führungskräfte, die bereit sind, die Branche zu wechseln. Auch in Südtirol schrumpft der Automotive-Sektor ([stol.it](https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/suedtirol-beschaeftigung-waechst-aber)). Gesucht wird in Lebensmittelproduktion, Maschinenbau, Energie und Bau. Wer Linien geplant, Qualität gesichert oder Teams geführt hat, kann das dort genauso.
Mein Fazit
Die Gehaltskarte vergleicht Länder. Menschen entscheiden sich aber für Regionen, für Arbeitgeber und für ein Leben. Wer die deutsche Autoindustrie verlässt, sollte den Blick über den Brenner mit in die Rechnung nehmen.
Ich begleite Unternehmen in Südtirol bei der Suche nach Fach- und Führungskräften und kenne beide Seiten. Wenn Sie sich dazu austauschen möchten, schreiben Sie mir: [info@sandralochmann.com](mailto:info@sandralochmann.com).
Teilen:
Quellen
- 01Destatis-Zahlen via mobiFlipmobiflip.de
- 02Der Standardderstandard.at
- 03stol.it – Arbeitsmarkt-Vergleichstol.it
- 04stol.it – Handelskammerstol.it
- 05immobiliare.itimmobiliare.it
- 06dpa via Volksstimmevolksstimme.de
- 07immoportalimmoportal.com
- 08Impulse 2026, stol.itstol.it
- 09stol.it – Beschäftigungstol.it
Alle Aussagen sind mit öffentlich zugänglichen Quellen belegt (Stand: siehe Artikeldatum). Keine Rechts- oder Steuerberatung.
Transparenz, Bildnachweis und Werbekennzeichnung
Inhaltlich verantwortlich gemäß § 18 Abs. 2 MStV: Sandra Lochmann, Bahnhofstraße 28, 82065 Baierbrunn.
Referenznachweise: Namentliche Zitate, Kunden- und Partnernennungen werden nur mit dokumentierter Freigabe oder anhand einer öffentlich nachprüfbaren Quelle veröffentlicht. Die Quellen des jeweiligen Beitrags sind im Quellenverzeichnis angegeben; geschäftliche Beziehungen werden im Text offengelegt.
Bildnachweis: Titel- und Vorschaubilder dieses Blogs sind KI-generierte, redaktionell geprüfte Eigenproduktionen von People · Places · Performance; die Nutzungsrechte liegen bei Sandra Lochmann. Porträtaufnahmen: © Sandra Lochmann, Verwendung mit Zustimmung der abgebildeten Person. Fremdbilder werden, sofern verwendet, unmittelbar am Bild mit Urheber und Lizenz (z. B. Unsplash-Lizenz, CC BY 4.0) gekennzeichnet. Logos und Marken Dritter werden ausschließlich zur redaktionellen Berichterstattung genannt; die jeweiligen Rechte verbleiben bei den Inhabern.
Werbekennzeichnung: Dieser Beitrag ist redaktioneller Inhalt und enthält keine bezahlte Werbung, kein Sponsoring und keine Affiliate-Links. Genannte Unternehmen, Regionen, Programme und Werkzeuge werden unbeauftragt und unbezahlt erwähnt. Wo eine geschäftliche Beziehung besteht (z. B. laufende Mandate oder Partnerschaften), wird sie im Text offengelegt. Bezahlte Kooperationen würden am Beitragsanfang eindeutig als „Anzeige“ bzw. „Werbung“ gekennzeichnet (§ 5a Abs. 4 UWG, § 22 MStV).
KI-Hinweis: Beim Verfassen und Übersetzen der Beiträge werden KI-Werkzeuge unterstützend eingesetzt. Inhalte, Thesen, Bewertungen und Quellen werden vor Veröffentlichung redaktionell geprüft und verantwortet (Art. 50 AI Act).
