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Internationalisierung

Standort in Italien? Talente von Anfang an mitdenken – Erkenntnisse von „Doing Business in Italy“ in der Villa Almone

Veröffentlicht am 21. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Titelbild zum Beitrag: Standort in Italien und Talente von Anfang an mitdenken

Wer in Italien einen Standort sucht, sollte gleichzeitig die Talente vor Ort prüfen. Das ist meine wichtigste Erkenntnis vom Seminar „Doing Business in Italy“ am 21. September 2026 in Rom.

Ein Seminar mit hochkarätiger Besetzung

Am 21. September 2026 lud der deutsche Botschafter in Italien, Dr. Thomas Bagger, zum Seminar „Doing Business in Italy“ in die Villa Almone ein, die Residenz des deutschen Botschafters in Rom. Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit Invitalia, der nationalen Agentur für Investitionsförderung, und mit Unterstützung der AHK Italien statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie deutsche Unternehmen in Italien investieren und schneller ankommen können. Im Anschluss bot ein Networking-Lunch Raum für den persönlichen Austausch zwischen Unternehmen, Institutionen und Beratern.

Was Italien heute anders macht

Besonders eindrucksvoll war der Beitrag von Augusto Reggiani, Director für die Anwerbung ausländischer Investitionen am italienischen Ministerium für Unternehmen und Made in Italy (MIMIT). Seine Kernbotschaften, sinngemäß zusammengefasst:

  • Italien hat im Grunde dieselben Herausforderungen wie andere Länder. Geändert hat sich der Ansatz: ein Büro, das zuhört und Unternehmen hilft, besser und schneller anzukommen.
  • Statt vieler Türen in verschiedenen Ministerien gibt es eine einzige Anlaufstelle. Ein fester Ansprechpartner übersetzt die Sprache der Unternehmen in die Sprache der Verwaltung.
  • Das größte Problem: Viele Unternehmen kommen zu spät. Sie haben ihren Standort bereits gewählt, bevor sie mit dem Ministerium sprechen, und verpassen so die Chance, dort anzukommen, wo es für sie am besten wäre.
  • Investitionsförderung und Investitionsprüfung gehören von Anfang an zusammen.

Die Lehre für deutsche Unternehmen: früh reden, parallel denken

Diese Botschaft deckt sich mit meiner Erfahrung aus dem Werksaufbau für BMW in Brasilien und Mexiko. Früh zu reden lohnt sich, mit den Behörden über den Standort und über die Menschen, bevor die Entscheidung fällt. Grundstück, Fördermittel und Genehmigungen stehen meist ganz oben auf der Liste. Die Frage, ob es in der Region die passenden Führungskräfte, Ingenieure und Fachkräfte gibt, kommt oft erst, wenn der Standort schon feststeht. Dann wird Recruiting teuer und langsam.

Deshalb gehört die Talentanalyse parallel zur Standortsuche: Welche Qualifikationen gibt es in der Region? Welche Unternehmen konkurrieren um dieselben Profile? Wie sind Gehaltsniveau, Tarifbindung, Pendelbereitschaft und Wohnsituation? Wer diese Fragen früh beantwortet, entscheidet sich für einen Standort, an dem das Team auch tatsächlich aufgebaut werden kann.

In Menschen investieren

Antonella Sada von DHL Express Italy brachte es in ihrem Schlusswort auf den Punkt: in Menschen investieren. In den Gesprächen beim Networking-Lunch zeigte sich ein klarer Konsens: Standort und Talente gehören zusammen gedacht, nicht nacheinander.

Das Italien-Bild verdient ein Update

Ein zweites Thema kam immer wieder zur Sprache: Das Italien-Bild vieler Deutscher ist veraltet. Italien ist nach Deutschland die zweitgrößte Industrienation der EU, mit einem starken Mittelstand und hervorragenden Ingenieuren. Gleichzeitig unterscheiden sich Arbeits- und Führungskulturen zwischen Nord und Süd deutlich. Wer diese Unterschiede kennt, baut schneller ein stabiles Team auf.

Was das für Ihre Italien-Pläne bedeutet

Drei Empfehlungen für Unternehmen, die einen Standort in Italien prüfen:

  1. Sprechen Sie früh mit den zuständigen Institutionen, bevor die Standortentscheidung fällt.
  2. Lassen Sie die Talentverfügbarkeit parallel zur Standortsuche analysieren, Region für Region.
  3. Planen Sie den Teamaufbau von Anfang an mit, inklusive Führungskultur, Gehaltsstruktur und Wohnraum für neue Mitarbeitende.

Danke

Herzlichen Dank an Botschafter Dr. Thomas Bagger, die Deutsche Botschaft Rom, Invitalia und die AHK Italien für die Einladung, sowie an Augusto Reggiani (MIMIT), Silvia Trevisan (Schaeffler Italia), Gianni Cossar (NEURA Robotics), Elena Collimedaglia und Roberto Parazzini (AHK Italien) für die inspirierenden Gespräche.

Häufige Fragen

Wann sollte ich die Talentanalyse für einen Standort in Italien beginnen?

Parallel zur Standortsuche, also bevor die Entscheidung für eine Region fällt. Nur so fließt die Verfügbarkeit von Fach- und Führungskräften in die Entscheidung ein.

Wer unterstützt ausländische Investoren in Italien?

Auf staatlicher Seite unter anderem das Ministerium für Unternehmen und Made in Italy (MIMIT) und die Agentur Invitalia. Für deutsche Unternehmen ist zudem die AHK Italien eine wichtige Anlaufstelle.

Wie unterstützt People · Places · Performance beim Standortaufbau in Italien?

Wir analysieren die Talentverfügbarkeit in der Zielregion und begleiten den Teamaufbau, in Deutsch, Italienisch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch. Die Personalsuche in Italien erfolgt dabei gemeinsam mit autorisierten italienischen Partneragenturen.

Was das für Ihr Unternehmen heißt

Standortwahl und Talentanalyse gehören in Italien zusammen gedacht: Wer früh mit den Institutionen spricht und Fach- und Führungskräfte parallel zur Standortsuche prüft, baut schneller ein stabiles Team auf.

Sie planen einen Standort in Italien? Sprechen Sie mich an, sobald die Standortsuche beginnt.

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