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Markteintritt · Zentralamerika · Costa Rica

Pura Vida für den Mittelstand: Warum jetzt der richtige Moment für Costa Rica und Zentralamerika ist

Eindrücke von der 9. Zentralamerika-Konferenz der Deutschen Wirtschaft, IHK zu Coburg, 1. Oktober 2026

Veröffentlicht am 1. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Pura Vida für den Mittelstand: Warum jetzt der richtige Moment für Costa Rica und Zentralamerika ist
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Auf der Bühne standen die Botschafterin von Honduras, die Botschafter von Guatemala und Panama, Vertreter der Botschaften der Dominikanischen Republik und El Salvadors, das Bundeswirtschaftsministerium, BDI, DIHK, DEG und Unternehmer wie Kaeser, PWM und B.T. Innovation. Die IHK zu Coburg und die Lateinamerika-Initiative der Deutschen Wirtschaft hatten zur 9. Zentralamerika-Konferenz eingeladen. Es ging um eine Region mit rund 65 Millionen Menschen, die in vielen deutschen Strategiepapieren immer noch nur eine Fußnote ist. Für mich war es ein bisschen wie Heimkommen. Denn Zentralamerika ist für mich keine Region auf der Landkarte. Es ist ein Teil meiner beruflichen Geschichte.

Meine Geschichte mit Costa Rica

Ich habe in Costa Rica studiert, im dualen CALA-Programm. Tagsüber habe ich bei Bayer gearbeitet, abends studiert. Danach bin ich geblieben, insgesamt rund fünf Jahre im HR für Bayer in Zentralamerika und der Karibik.

In dieser Zeit haben wir das Personalwesen der Region neu aufgestellt, nach dem Modell von Dave Ulrich, mit HR Business Partnern, Centers of Expertise und gemeinsamen Services. Ich habe das Recruiting für die Region verantwortet, das regionale Development Center aufgebaut und als HR Business Partnerin das Werk in El Salvador betreut.

Was ich damals gelernt habe, begleitet mich bis heute: In Zentralamerika findet man hervorragend ausgebildete, loyale und unglaublich motivierte Menschen. Man muss nur wissen, wie man sie findet und wie man sie führt.

Später habe ich für BMW den Werksaufbau in Brasilien und Mexiko personell begleitet, mit rund 6.000 Einstellungen. Heute unterstütze ich mit People Places Performance Unternehmen genau dabei: beim Aufbau neuer Standorte, vom ersten Mitarbeitenden bis zum eingespielten Team.

Was ich in Coburg gehört habe

Die Botschaft des Tages war eindeutig: Zentralamerika ist ein unterschätzter Wachstumsmarkt direkt vor der Tür der USA. Diese Argumente sind mir hängen geblieben:

Ein Markt von über 60 Millionen Menschen. Die SICA-Staaten zusammen haben mehr Einwohner als Italien oder Spanien.

Freihandel mit Europa. Die Staaten der Region haben Handels- und Assoziierungsabkommen mit der EU. Viele haben dazu Abkommen mit den USA. Das macht die Region zum Sprungbrett nach Nordamerika.

Grüne Energie. Teile der Region liegen beim Anteil erneuerbarer Energie weit über 90 Prozent. Davon ist Deutschland noch ein gutes Stück entfernt.

Deutschland hat einen hervorragenden Ruf. Deutsche Produkte, Ingenieure, Ärzte und die duale Ausbildung sind dort hoch angesehen. Die Auslandshandelskammern waren oft der Motor für duale Ausbildung vor Ort.

Es gibt Rückendeckung. Hermes-Bürgschaften, Investitionsschutz und die EU-Initiative Global Gateway, für die es bei der GTAI eine deutsche Anlaufstelle gibt.

Zwei Sätze habe ich mir besonders notiert. Ingo Kramer sagte: „Was wir in Deutschland ein bisschen mehr brauchen, ist Abenteuerlust.“ Und Anja Maus vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gab den Rat: „Gehen Sie nicht allein dahin, suchen Sie sich einen Partner, nutzen Sie das Netz der Kammern.“

Firmen, die es schon vormachen

Am überzeugendsten waren für mich nicht die Zahlen, sondern die Unternehmen, die einfach erzählt haben, wie es bei ihnen läuft.

Kaeser Kompressoren aus Coburg. Kaeser ist seit über 20 Jahren in der Region und heute in allen SICA-Ländern aktiv, von Belize bis Panama, inzwischen auch in der Dominikanischen Republik. Thomas Kaeser sprach von fast 40 Millionen US-Dollar Umsatz und von hervorragend ausgebildeten, hochmotivierten Mitarbeitenden.

PWM. CEO Dr. Max F. Krawinkel erzählte, dass PWM seit zehn Jahren ein Büro in Costa Rica hat. Guatemala ist inzwischen der größte Markt, und El Salvador war die größte positive Überraschung. Die Tipps aus der Praxis: Geduld, ein lokaler Mitarbeiter, die Sprache, ein Lager vor Ort und Service auf Spanisch.

B.T. Innovation. Bei CEO Felix von Limburg läuft der Einstieg über Händler und das Netzwerk der Auslandshandelskammer. Ein guter Weg, um den Markt kennenzulernen, bevor man selbst investiert.

Medizintechnik in der Dominikanischen Republik. Ingo Kramer erzählte von einem deutschen Medizintechnik-Unternehmen mit über 3.000 Mitarbeitenden vor Ort. Dank des Freihandelsabkommens der Dominikanischen Republik mit den USA konnte es von dort lange problemlos den nordamerikanischen Markt beliefern.

Costa Rica selbst setzt heute stark auf Shared Services, IT-Dienstleistungen und Künstliche Intelligenz. Das hat sich seit meiner Zeit dort enorm weiterentwickelt.

Mein persönlicher Blick: Die Perspektive hat sich gedreht

Als ich damals nach Zentralamerika gegangen bin, haben mich viele gefragt: „Ist das nicht gefährlich?“ Ehrlich gesagt war die Region früher an vielen Stellen unsicherer, und man musste aufpassen.

Heute erlebe ich etwas, das mich selbst überrascht. Wenn ich sehe, was gerade in Deutschland und in Europa los ist, fühle ich mich in Costa Rica manchmal fast sicherer als hier. Das ist mein ganz persönlicher Eindruck, keine Statistik. Aber er sagt viel darüber, wie sich die Welt verschoben hat.

Mit der Stimmung in der Wirtschaft geht es mir ähnlich. Hier lese ich jede Woche von Stellenabbau, Kurzarbeit und Werksschließungen. Dort treffe ich auf Länder, die wachsen, die investieren und die junge, hungrige Fachkräfte haben. Auf der Bühne hieß es: Diese Länder wachsen sehr. El Salvador wurde als ein Land beschrieben, das sich in den letzten Jahren verändert hat wie kaum ein anderes.

Natürlich hat auch Zentralamerika seine Herausforderungen, und jedes Land ist anders. Wer dort investiert, sollte seine Hausaufgaben machen. Aber das alte Bild im Kopf stimmt einfach nicht mehr.

Fünf Tipps für Ihren Start

1. Hingehen statt nur lesen. Fliegen Sie hin und besuchen Sie Unternehmen vor Ort. Eine Delegationsreise mit der AHK ist ein guter erster Schritt.

2. Nicht allein gehen. Nutzen Sie die Auslandshandelskammern, Partner und Netzwerke. In der Region läuft sehr viel über persönliche Beziehungen.

3. Den ersten lokalen Menschen richtig wählen. Die erste Führungskraft vor Ort entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Sie braucht Sprache, Netzwerk und das Vertrauen der Zentrale.

4. Geduld einplanen. Aufbau dauert. Wer mit Geduld, einem Lager und Service auf Spanisch kommt, wird belohnt.

5. Instrumente nutzen. Hermes-Bürgschaften, Investitionsschutz und Global Gateway gibt es genau dafür.

Lassen Sie uns reden

Ich habe in Zentralamerika gelebt, studiert und das HR einer ganzen Region mit aufgebaut. Heute begleite ich mit People Places Performance Unternehmen beim Standortaufbau: von der Personalplanung über die Suche nach den ersten Schlüsselpersonen bis zum eingespielten Team.

Wenn Sie über Costa Rica oder Zentralamerika nachdenken, schreiben Sie mir. Ein erstes Gespräch von 20 Minuten kostet nichts und spart oft Monate: info@sandralochmann.com

Was das für Ihr Unternehmen heißt

Zentralamerika ist ein unterschätzter Wachstumsmarkt vor der Tür der USA. Wer mit Partnern, Geduld und den richtigen ersten Menschen vor Ort startet, hat dort heute beste Chancen.

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